Der Filmemacher Bertram von Boxberg

Seit einiger Zeit streift ein Mann durch den Stadtteil, immer eine Videokamera in der Hand. Er taucht überall dort auf, wo Menschen sich in ihrem Kiez engagieren. Er geht auf Stadtteilfeste, besucht den Präventionsrat Schöneberger Norden oder Ausstellungseröffnungen, dokumentiert Kiezgespräche oder verbringt einen Nachmittag mit dem mobilen Team von Outreach unterwegs im Stadtteil. Auf der Magistralen Kulturnacht zieht er mit der Kamera die Potsdamer Straße entlang. Fast macht es den Eindruck, dass die Kamera den Mann hinter sich herzieht. Immer an die Orte des Geschehens, ganz nah an den Menschen.

Dieser Mann heißt Bertram von Boxberg, ist 50 Jahre alt und von Beruf Filmemacher. In seiner Heimatstadt Hamburg war er auch als Schauspieler unterwegs und spielte mit Vadim Glowna und Wolfgang Becker. 1985 zog er nach Berlin, um hier an der DFFB das Filmemachen zu lernen. Seitdem wohnt er in der Pallasstraße. Seit 1991 arbeitet er als Autor und Regisseur. Dabei ist er viel herumgekommen. 1999 begleitet er mit der Kamera einen deutschen Hauptmann der Multinationalen Brigade Süd-West in den Kosovo. Zwei Jahre später dreht er in Georgien die Geschichte eines evangelisch-lutherischen Pastors, der in Tiflis eine Kirche baut. Anschließend dreht er in Abchasien, einer abtrünnigen Region Georgiens. In Deutschland begleitet er den Alltag zweier Diakonissen und zeigt sie beim Fahrrad reparieren oder Volleyball spielen.

Mit dem Projekt „Kiezvideo“ will er jetzt die Geschichten vor seiner Haustür entdecken. Obwohl er beruflich viel unterwegs ist, fühlt er sich seinem Kiez schon immer verbunden, auch wenn er vieles, was die Lebensqualität im Schöneberger Norden ausmacht, erst jetzt mit dem Videoprojekt neu entdeckt. Seine Idee des „Video-Stadtschreibers“, der das sozialkulturelle Leben des Stadtteils mit der Videokamera dokumentiert, kann er nun mit Mitteln des Quartiersmanagements Schöneberger Norden umsetzen.

Es werden ungefähr 12 Filmbeiträge in einer Länge von 5-10 Minuten entstehen. Die einzelnen Beiträge sollen die Arbeit von Initiativen und Projekten im Schöneberger Norden zeigen. Die Filme werden dann in den verschiedensten Einrichtungen im Stadtteil, auch auf Festen oder anderen Anlässen zu sehen sein. Alle Beiträge werden auf DVD gebrannt und stehen nach Fertigstellung interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Vorortbüro, der Volkshochschule oder der Stadtteilbibliothek zur Verfügung. Die Filme können dann auch auf www.schoeneberger-norden.de aus dem Internet heruntergeladen werden.